Schwarzwange Grau



1,0 Schwarzwange Grau
Photo: Reinhard Offermann
0,1 Schwarzwange Grau
Photo: Reinhard Offermann

 

Standardbeschreibung

1,0
0,1
Kopffarbe
rein schiefergrau, Oberkopf schwarz geschuppt
rein schiefergrau, Oberkopf schwarz geschuppt
Schnabelstriche
schwarz, solen auf dem Oebrschnabel zusamenlaufen
schwarz, solen auf dem Oebrschnabel zusamenlaufen
Tränenstriche
schwarz in die Wange übergehend
schwarz in die Wange übergehend
Wangenflecke
schwarz
schwarz
Sonst. Kopfzeichnung
Dreieck zwischen Schnabel- / Tränenstrich weiß
Dreieck zwischen Schnabel- / Tränenstrich weiß
Rücken
hell schiefergrau
hell schiefergrau
Bürzel
weiß, seitliches Bürzelgefieder schwarz
weiß, seitliches Bürzelgefieder schwarz
Schwanz
schwarz, Oberschwanzdeckfedern schwarz-weiß gebändert, Unterschwanzfedern weiß
schwarz, Oberschwanzdeckfedern schwarz-weiß gebändert, Unterschwanzfedern weiß
Kehle
weiß mit schwarzer Zeichnung
hellgrau
Brustband
schwarz
fehlt
Bauch/Unterseite
weiß
weiß bis hellbeige
Flanken
schwarz mit weißen Tupfen
hell schiefergrau (hall angedeutete Tupfen sind zulässig)
Augen
dunkel- oder rötlichbraun
dunkel- oder rötlichbraun
Schnabel
korallenrot
leuchtend rot
Füße / Beine
orangerot
orangerot
Sonstiges
Melanineinlagerungen in der Flanke werden derzeit toleriert


 

Quelle: AZ-AEZ-DKB Exoten-Standard
mit freundlicher Genehmigung der AZ


ZUCHTBERICHT ÜBER SCHWARZWANGE-GRAU-ZEBRAFINKEN

Seit 1989 züchte ich Zebrafinken. Anfangs waren es Weißbrust-Grau, Isabell-Schwarzbrust-Braun und Schwarzbrust-Grau sowie ihre Zuchtpartner.

Da der graue Schwarzwangenzebrafink hinsichtlich Unterbringung, Fütterung und Anpaarung keinerlei Unterschiede zu den anderen Zebrafinkenmutationen aufweist, möchte ich mich in diesem Bericht auf Besonderheiten der Schwarzwangenzucht beschränken.

1996 erhielt ich von R. Krauß Schwarzwange-Grau Zebrafinken in sehr guter Qualität.
Diese Farbmutation, die 1982 zum ersten Mal auftrat, und dies nicht, wie anzunehmen, bei unseren Zuchtfreunden in Holland sondern in Deutschland, waren anfangs kleine Vögel mit nur wenigen schwarzen Federn in der Flanke und Wange. Durch Selektion und durch Hereinnahme guter grauer Zebrafinken in die Zuchtlinien wurden sie zu dem, was wir heute auf großen Ausstellungen sehen. Die Schwarzwangenmutation vererbt, wie die meisten Mutationen, rezessiv.

Für die Zucht der Schwarzwangenzebrafinken ist es wichtig zu wissen, daß es intensiv gezeichnete Vögel (Yellow-Vögel; ähnlich wie bei den Kanarienvögeln), nicht intensiv gezeichnete Vögel (Buff-Vögel) und von der Gefiederstruktur dazwischen-liegende Vögel (Medium-Vögel) gibt. Dies ist besonders gut bei den Männchen zu sehen.

Bei den intensiven Vögeln ist die Flankenfarbe dunkelschwarz, mit klaren weißen Punkten. Der Wangenfleck ist tiefschwarz.
Bei den nicht intensiven Vögeln ist die Flankenfarbe schwarz-grau, und die Zeichnung an sich (die weißen Punkte) ist verwaschen. Der Wangenfleck ist ebenfalls schwarzgrau.


Bei den Medium-Vögeln ist die Flankenfarbe schwarz und die Zeichnung nicht so stark verwaschen wie bei nicht intensiven Vögeln.
Bei den nicht intensiven Weibchen ist die Wange meistens nicht einheitlich schwarz, es findet eine Verdünnung nach hinten statt.

Diese nicht intensiven Vögel sind für die Zucht jedoch sehr wichtig, da sie durch ihre weichere und längere Feder den Vogel voluminöser erscheinen lassen. Des weiteren erfolgt bei der ständigen Verpaarung von intensiv x intensiv eine Übermelanisierung der Vögel, und die Größe der Vögel nimmt ab. Diese Übermelanisierung äußert sich beim Weibchen dadurch, daß in den Flanken entlang der Federschäfte übermäßig viel Melanin eingelagert ist. Durch diese starke Melaninanreicherung im Vogel kommt es auch vermehrt zu "Männchenzeichnung" auf der Brust.

Bei den Männchen kann eine zu starke Melanisierung zum Auslaufen des Wangenflecks führen. Ebenso haben diese Männchen oftmals melanisierte Federn über den Augen.

Beim Anpaaren der Vögel muß man sich entscheiden, ob man vor dem Paar gute Ausstellungsmännchen oder gute Ausstellungsweibchen züchten möchte.
Für gute Ausstellungsmännchen verpaare ich ein "Medium"-Männchen mit einem intensiven Weibchen. Das Männchen bringt aufgrund der weicheren Feder die Größe und eine gute Farbtiefe sowie Zeichnung mit. Das Weibchen bringt die intensive Farbe mit. Es sollte jedoch auch vom Typ und von der Größe her ansprechend sein. Aus dieser Verpaarung fallen intensive und "Medium"-Vögel, sowohl Weibchen als auch Männchen.

Um gute Ausstellungsweibchen zu züchten, verpaare ich einem "Medium"-Männchen an ein nicht intensives Weibchen. Durch diese Verpaarung schließe ich eine Übermelanisierung der Vögel weitgehendst aus. Die aus der Verpaarung fallenden "Medium"-Weibchen und teilweise auch die nicht intensiven Weibchen sind gute Ausstellungsvögel.

Die für die Zucht ebenfalls sehr wichtigen "Medium"-Männchen fallen aus der Verpaarung der intensiven Ausstellungsmännchen mit einem nicht intensiven oder "Medium"-Weibchen bzw. aus der zuvor beschriebenen Verpaarung.
Da die Schwarzwangenmutation keine Zeichnungsveränderung sondern eine Farbveränderung im Vogel bewirkt, ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, durch Selektion und entsprechende Steuerung der Zucht die Zeichnungsmerkmale des normalen grauen Zebrafinken zu erhalten. Man muß dabei besonders auf auslaufende Wangenflecke, Übermelanisierung über den Augen oder Zebrazeichnung in der Flanke achten und diesen Fehlern in der Zucht frühzeitig entgegenwirken.

mit freundlicher Genehmigung
von Johann Alexi